BaFin warnt vor ZIEXC: Betrügerische Krypto-Plattform lockt mit falschen Beraterinnen in Telegram-Gruppen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat eine offizielle Warnung vor der betrügerischen Handelsplattform ZIEXC ausgesprochen.
Die Plattform, die über die Webseiten ziexc(.)com und ziex(.)top erreichbar ist, wird in Telegram-Gruppen wie der sogenannten „Channel-Arbeitsgruppe (668)” aktiv beworben. Dort versuchen die Betreiber, Anlegerinnen und Anleger zu Investments in Kryptowährungen zu bewegen – angeblich über eine seriöse Handelsumgebung, tatsächlich aber ohne jede Zulassung oder Kontrolle.

Als vermeintliche Ansprechpartnerin tritt eine Frau namens „Angelika Luxemburger“ auf. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich dabei nicht um eine reale Person, sondern um eine erfundene Identität, die Vertrauen schaffen soll.

Laut BaFin besteht der Verdacht unerlaubter Kryptowerte-Dienstleistungen, da die Betreiber keine Erlaubnis für Finanz- oder Kryptogeschäfte besitzen.

💬 Lockangebote, falsche Gewinne, echte Verluste

Die Masche ist perfide: Über Telegram-Gruppen und Social-Media-Werbung werden Interessierte mit hohen Renditeversprechen und vermeintlich exklusiven Handelschancen gelockt.
Anfangs läuft alles reibungslos – kleine Testgewinne oder erfolgreiche Trades sollen Seriosität vortäuschen. Doch sobald Anleger größere Beträge investieren, stocken Auszahlungen oder bleiben ganz aus.

„Die Täter agieren professionell. Sie verwenden gefälschte Profile, gut gestaltete Websites und technische Handelsoberflächen, die täuschend echt wirken“, so ein Sprecher der BaFin.

Oft wird der Druck auf Anleger im Verlauf der Kommunikation erhöht – mit Sätzen wie „Jetzt ist die beste Gelegenheit zum Einstieg“ oder „Das Zeitfenster für diese Chance schließt sich bald“.

🔍 Immer neue Namen, gleiche Masche

Die Warnung zu ZIEXC reiht sich in eine ganze Serie ähnlicher Fälle ein. Schon zuvor hatte die BaFin vor KI-ZEP und DOEX gewarnt – Plattformen, die nach einem nahezu identischen Schema arbeiten:

  1. Werbung über Messenger-Gruppen oder Social-Media-Kanäle.

  2. Vertrauensaufbau über Wochen durch „Expertenwissen“ und Gruppenaktivitäten.

  3. Vorstellung einer „innovativen Handelsplattform“, die angeblich exklusive Gewinne ermöglicht.

  4. Einzahlungen in Kryptowährungen oder auf ausländische Konten.

  5. Verlust des Geldes, sobald der Kontakt abbricht oder die Website verschwindet.

Die Täter wechseln häufig die Domainnamen und Plattformbezeichnungen, um sich der Strafverfolgung zu entziehen – ein typisches Muster im internationalen Anlagebetrug.

⚖️ Gesetzliche Lage

Nach § 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMA-G) dürfen Kryptowerte-Dienstleistungen in Deutschland nur mit BaFin-Erlaubnis angeboten werden.
Wer solche Geschäfte ohne Genehmigung betreibt, handelt unerlaubt und rechtswidrig.

Die BaFin ruft alle Anlegerinnen und Anleger auf, vor einer Investition zu prüfen, ob ein Anbieter tatsächlich in der Unternehmensdatenbank der BaFin registriert ist.

🧠 Expertenwarnung: Telegram als neue Betrugsplattform

Rechtsanwalt Michael Iwanow, Experte für Finanz- und Anlagebetrug, beobachtet eine deutliche Verlagerung solcher Betrugssysteme auf Messenger-Dienste:

„Telegram ist für Kriminelle ideal – keine echte Identitätsprüfung, schnelle Gruppenbildung, und die Opfer fühlen sich in einer Community sicher. Doch dort warten keine Investoren, sondern Betrüger.“

Er rät dringend:

  • Keine Zahlungen leisten,

  • keine persönlichen Daten weitergeben,

  • Beweise sichern (Chatverläufe, Überweisungsbelege, Screenshots),

  • und unverzüglich Anzeige bei Polizei und BaFin erstatten.

„Jede Minute zählt. Je schneller gehandelt wird, desto größer ist die Chance, Geldflüsse nachzuvollziehen“, so Iwanow.

⚠️ Fazit

Die BaFin-Warnung vor ZIEXC zeigt erneut, wie raffiniert und systematisch Online-Anlagebetrüger vorgehen.
Mit erfundenen Identitäten, professionellen Webseiten und scheinbar exklusiven Investmentgruppen in Telegram gelingt es ihnen, Vertrauen zu erschleichen und Anleger zu täuschen.

Die wichtigste Regel lautet:
🔒 Seriöse Finanzberater kontaktieren niemanden über Telegram oder WhatsApp.
Wenn schnelle Gewinne, „geheime Anlagetipps“ oder eine gewisse „Angelika Luxemburger“ im Chat auftauchen – sofort aussteigen, bevor das Geld verschwindet.


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