BaFin schlägt Alarm: Betrügerische Handels-App „KI-ZEP“ lockt mit WhatsApp-Gruppen in die Krypto-Falle

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt eindringlich vor der Handelsplattform und App „KI-ZEP“, die über WhatsApp-Gruppen und auf den Websites ki-zep(.)com sowie h5.beststreaming(.)vip beworben wird. Hinter den vermeintlich professionellen Angeboten stecken nach Angaben der Behörde unbekannte Betreiber, die ohne Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten.

Die App taucht immer wieder unter neuen Namen auf – von KI-ZEP PRO über KI-ZEP MAX bis hin zur derzeit beworbenen Version KI-ZEP LNC. Laut BaFin besteht der Verdacht, dass diese Angebote in direktem Zusammenhang mit der bereits bekannten Fake-Handelsplattform DOEX stehen, vor der die Aufsicht bereits im August 2025 gewarnt hatte.

💬 Falsche Experten, echte Verluste

Die Masche beginnt meist harmlos – mit vermeintlich kostenlosen Börsentipps oder Schulungen auf Social Media. Die Täter werben mit bekannten Wirtschaftsexperten, täuschen Seriosität und Expertise vor und locken Interessierte in WhatsApp-Gruppen wie etwa die „B22 Wittington Akademie“.

Dort präsentieren angebliche „Finanzgurus“ in täglichen Seminaren und Chats Insiderwissen über Aktien, Krypto und KI-basierte Anlagestrategien. Ziel ist es, über Wochen Vertrauen aufzubauen, bevor ein „einzigartiges Investitionssystem“ vorgestellt wird – angeblich mit KI-Unterstützung, Token-Vorverkäufen oder garantierten Gewinnen.

📲 Vom Börsenkurs zum Betrug – so läuft die Falle ab

Nach Erkenntnissen der BaFin ist das Vorgehen der Täter stets ähnlich:

  1. Verlockende Werbeanzeigen auf Social Media bieten kostenlose Finanzkurse oder „geheime Tipps“ an.

  2. Eintritt in WhatsApp-Gruppen, in denen angebliche Experten aktiv sind.

  3. Aufbau von Vertrauen durch tägliche Analysen, Gewinnspiele und Mini-Auszahlungen.

  4. Vorstellung der „KI-ZEP“-App oder einer „Partner-Handelsplattform“, die angeblich exklusive Zugänge bietet.

  5. Anmeldung und Einzahlung – meist auf ausländische Konten oder per Kryptowährung.

  6. Testauszahlungen kleiner Summen zur Beruhigung.

  7. Steigender Druck auf Anleger, mehr zu investieren.

  8. Blockierte Konten oder gescheiterte Auszahlungen, sobald höhere Summen im Spiel sind.

  9. Verschwindende Websites oder Namensänderungen der Plattform.

Was wie moderner Online-Handel wirkt, ist in Wahrheit ein klassischer Anlagebetrug mit digitalen Methoden.

⚖️ Rechtsexperte Reime: „Die Betrüger arbeiten mit Psychologie und Technik zugleich“

Der auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Rechtsanwalt Reime erklärt im Gespräch, warum solche Systeme so gefährlich sind:

„Diese Gruppen sind hochgradig manipulativ. Die Täter schaffen Vertrauen über Wochen, sprechen die Opfer persönlich an und simulieren echten Handel. Das wirkt professionell – bis plötzlich kein Geld mehr da ist.“

Reime rät Betroffenen, sofort die Kommunikation zu beenden, keine weiteren Einzahlungen zu leisten und Beweise zu sichern – Screenshots, Chatverläufe und Transaktionsdaten.

„Die Täter sitzen oft im Ausland, doch jede Spur kann helfen – gerade bei Zahlungen über Kryptobörsen lassen sich Transfers mit forensischer Arbeit nachvollziehen.“

📜 Gesetzlicher Hintergrund

Nach § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG) und § 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMA-G) dürfen Finanz- und Kryptodienstleistungen in Deutschland nur mit BaFin-Erlaubnis angeboten werden.
Da die Betreiber von KI-ZEP keine solche Genehmigung besitzen, handelt es sich um unerlaubte Geschäfte.

Anlegerinnen und Anleger sollten daher jeden Anbieter über die BaFin-Unternehmensdatenbank prüfen.

🛡️ Fazit: KI-ZEP ist keine KI-Revolution – sondern ein Krypto-Risiko

Die Warnung der BaFin zeigt, wie Betrüger zunehmend mit Schlagworten wie „Künstliche Intelligenz“, „Trading-Bots“ und „KI-Investment“ werben, um Seriosität zu suggerieren.
Doch hinter den glänzenden Grafiken und schicken Apps steckt oft nur ein Ziel: das Geld der Anleger zu stehlen.

Wer in WhatsApp-Gruppen, auf Social Media oder dubiosen Webseiten zu Investments eingeladen wird, sollte immer misstrauisch bleiben – besonders, wenn schnelle Gewinne versprochen werden.
Denn bei KI-ZEP gilt: Künstliche Intelligenz ja – aber keine künstliche Rendite.


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